Rheingarnelen - Ziergarnelen für die Aquaristik

Wir züchten Ziergarnelen und andere Wirbellose für den deutschen Aquaristik Markt.

 

Dieses Bild kennt fast jeder Süßwasseraquarianer. Eine Gruppe Amano Garnelen (lat.: Caridinia multidentata) befreit brav die Einrichtung von lästigen Algen und alle Weibchen tragen pralle Eipakete unter dem Bauch. Nur wie werden aus diesen hunderten bis tausenden Eiern schließlich Garnelen?

 

Die Nachzucht von Garnelen ist in der Aquaristik lange etabliert und vor allem viele Liebhaber im Süßwasserbereich erfreuen sich an bunten Züchtungen aus den Gattungen Caridina und Neocaridina.

Dennoch bleiben einige Arten ohne hohen Aufwand unzüchtbar. Dazu zählt u. a. die beliebte Algen- oder Amano Garnele. Auch andere Vertreter der Gattung Caridina, sowie viele Fächergarnelen gehören zu den Arten, die planktonische Larven freisetzen. Natürlicherweise werden diese mit der Strömung aus den Flüssen ins Meer gespült  und entwickeln sich dort zu kleinen Garnelen. Diese schwimmen wiederum die Flüsse herauf um selbst einmal Nachwuchs zu produzieren. Auch alle im Korallenriff vorkommende Garnelenarten  beschreiten die ersten Tage ihres Lebens inmitten marinen Planktons.

 

Während in der Natur unter Millionen von winzigen Larven nur wenige das Erwachsenenalter erreichen,  überleben in unseren Zuchtsystemen regelmäßig ganze Gelege. Diese werden von uns in kontrollierter Umgebung gezüchtet und direkt in den deutschen Handel gebracht ohne Erreger und Parasiten aus der Natur mitzubringen. So vermeiden wir Schäden an natürlichen Ökosystemen durch den Fang wilder Tiere und die Einfuhr  von Schädlingen nach Deutschland.

Diese wild gefangene Putzergarnele der Art Lysmata wurdemanni ist beispielsweise durch eine parasitierende Assel befallen (grüner Kreis). Solche großen, aber auch viele noch kleinere Organismen werden vielfach durch Wildfänge in unsere Heimaquarien eingeschleppt und können mitunter auch in unsere Umwelt eingeschleppt werden. Zunächst sind aber meist schon die Tierhalter überfordert die eingeschleppten Plagegeister zu bekämpfen und ihre Tiere vor Schäden zu schützen. Deutsche Nachzuchten sind dagegen frei von solchen Parasiten, schonen unsere Ökosysteme und die Nerven der Tierhalter. 

Daher arbeiten wir an der Zucht weiterer Garnelenarten im Süßwasser, als auch im Meerwasser, wie beispielsweise an der Zucht der Glasrosen fressenden Putzergarnelen (lat.: Lsymata wurdemanni). Die frisch geschlüpften Garnelen starten mit nur wenigen Millimetern Größe und ihnen fehlen noch jede Menge Beine.

 

In ihrer Entwicklung wachsen die kleinen Garnelen rasch und lassen sich schon nach wenigen Tagen nicht mehr komplett mit dem Mikroskop darstellen. Sie entwickeln lange Greifarme, Antennen und weit auseinander stehende Augen. Damit sind sie die perfekten Jäger in der Welt des Mikroplanktons. Mit der Zeit wachsen ihnen die typischen Schwimmbeine, bis sie endlich nach vielen Tagen im Plankton das Laufen lernen. Die Junggarnelen sind wunderschön gezeichnet, ähneln ihren Eltern aber noch kaum. Mit knapp einem Zentimeter Länge erkunden sie bald ihr eigenes kleines Riff.

Wie züchten Rheingarnelen?

Wir züchten unsere Garnelen mit biologischem und technischem Know-how. Jede Garnelenart wird mit speziell erstellten Protokollen aufgezogen.

 

Neben herkömmlichen Aquarien werden die Larven in spezialgefertigten Becken aufgezogen. Dabei orientieren wir uns an den natürlichen Lebensbedingungen der Garnelenlarven im Plankton.

 

Ein weiterer ausschlaggebender Faktor unserer Erfolge basiert auf unserem selbst hergestellten, frischen Futter. Um das natürliche Nahrungsnetz abzubilden, werden unsere Garnelenlarven mit frischem Phytoplankton und Zooplankton gefüttert.

Warum züchten Rheingarnelen Ziergarnelen?

Unser Ziel ist es eine ökologische und tiergerechte Alternative zu Importen aus Wildfängen zu bieten. Dabei legen wir Wert auf qualitativ hochwertige, gesunde Tiere.  

 

Der Import von Tieren für den Zoohandel ist immer schon verbunden mit dem Einschleppen neuer Arten und v.a. neuer Krankheiten und Parasiten. Mehr als die exotischen Haustiere setzen sich vor Allem Kleinstlebewesen immer stärker in heimischen Ökosystemen durch, die als blinde Passagiere mitgebracht werden. Kontrollierte Nachzuchten unterbinden den ungewollten Import solcher Lebewesen.

 

Auch in den Heimatländern der importierten Tiere entstehen Schäden, wie übermäßige Entnahme einzelner Arten, Verstörung von schwer zugänglichen Mangrovenwäldern oder Korallenriffen. Um bedrohte Ökosysteme wie Flusssysteme, Korallenriffe und Mangrovenwälder zu schützen und dem Wildfang entgegen zu wirken nutzen wir unser Know-how, um eine lokale Aufzucht von Garnelen in Deutschland zu etablieren.

Wirbellose

Wirbellose stellen den überwiegenden Teil des marinen Zooplanktons. Ihre Entwicklung ist meist sehr komplex und ihre Erscheinungsform ändert sich mehrfach in der Entwicklung vom Ei zum ausgewachsenen Tier. Ihre Entwicklung ist oft kaum erforscht und unsere Passion liegt darin mit unseren Nachzuchten immer wieder neues zu entdecken und zu dokumentieren.

Phyto-plankton

Phytoplankton meint mikroskopisch kleine Algen. Sie kommen in unseren Meeren in gigantischen Mengen vor, sind hauptverantwortlich in der Aufnahme von schädlichem Kohlenstoff-dioxid und bilden die Nahrungsgrundlage für unsere Weltmeere.  Eine breite Auswahl an Phyto-plankton ist zentral für unser Vorhaben. Unsere Algenzucht bildet die Basis für unsere erfolgreiche Garnelenzucht.

Zoo-plankton

Zooplankton meint kleinste Tiere die sich in den Meeresströmungen bewegen. Neben unserer internen Phytoplankton Aufzucht ist auch die Aufzucht von Zooplankton essentiell für unsere Arbeit. Kleinstlebewesen sind ein natürliches und notwendiges Futter für viele Garnelenlarven und versorgt sie mit den notwendigen Bausteinen des Lebens.